Kultur - SZ.de
Artikel über Kultur - SZ.de
„Hope“ im Kino: Einfach draufhalten, hilft ja nichts
Provinzpolizisten gegen unkaputtbare Aliens in Südkorea: „Hope“ von Na Hong-jin war in seiner Heimat schon ein Riesenhit – obwohl der Film eher wenig Hoffnung macht.
Literatur: „Jeder kann Schriftsteller werden, aber man muss etwas dafür tun“
Die Amerikanerin Bonnie Garmus landete mit ihrem Debüt „Eine Frage der Chemie“ aus dem Stand einen Weltbestseller. Wie es dazu kam, erzählt sie im Gespräch. Und warum es die Poesie ist, die aus ihrer Nische heraus die Welt rettet.
Warum bekam Konrad Adenauer nie den Friedensnobelpreis?
Der erste Kanzler der BRD wurde mehrfach für die Auszeichnung nominiert – aber ging jedes Mal leer aus. Ein bislang wenig beachtetes Dokument zeichnet ein überraschend ambivalentes Bild des Politikers.
Kinderbücher: Land der Märchen und Träumchen
Um Grenzen und Konventionen kümmern diese Bücher sich kein bisschen: die neueste Kinder- und Jugendliteratur aus Tschechien, dem Gastland der Frankfurter Buchmesse.
London Calling: In der Hitze der Nacht
In London geht der heißeste Sommer, der je gemessene wurde, endlich zu Ende. Er war schrecklich. Und wunderbar.
Literatur: Dann der Knall
In „Das tickende Herz“ schickt Lutz Seiler seinen Berliner Helden in die kasachische Steppe. Zu Schamanen. Das ist sprühend, abgründig, gewaltig. Aber ist diese Fantasie zu groß für einen Roman?
Sachbuch: Monument im Sturm der Öffentlichkeit
Franz Walter hat zum hundertsten Geburtstag ein meisterhaftes Porträt des Hitler-Biografen und FAZ-Herausgebers Joachim Fest geschrieben. Es ist auch eine eindrückliche Erinnerung daran, welchen Glanz es haben konnte, liberal-konservativ zu sein.
Nahost-Debatte: „Ist da nicht ein wenig Differenzierung nötig?“
DIe britischen Grünen setzen Zionismus mit Rassismus gleich - ist das gerechtfertigt oder eine Delegitimierung Israels? Ein Gespräch mit dem Historiker Michael Brenner.
Hollywood: Oscar-Preisträgerin Eva Marie Saint mit 102 Jahren gestorben
Die Schauspielerin gewann gleich mit ihrer ersten Filmrolle in dem Drama „Die Faust im Nacken“ im Jahr 1955 einen Oscar.
Nahost: „Die öffentliche Sympathie hatte gar keine Chance, auf der Seite Israels zu bleiben“
Deutschland wird für seine Haltung zu Gaza heftig angegriffen. Der indische Starautor Pankaj Mishra findet: zu Recht. Ein Gespräch über den 7. Oktober, die Rolle der Hamas und den Völkermordvorwurf an Israel.
Nahostkonflikt: „Wir sind immer nur zwei Wochen vom Frieden entfernt“
Der Palästinenser Aziz Abu Sarah und der Israeli Maoz Inon versuchen gemeinsam, die Welt von einer friedlichen Lösung im Nahen Osten zu überzeugen. 14 der 15 Mitglieder im UN-Sicherheitsrat haben sie überzeugt. Fehlt nur noch eines.
Technologie: Überwachung oder Innovation?
Kameras halten Einzug in Kopfhörer, Kühlschränke, Öfen und Zahnbürsten. Fällt der Tech-Branche nichts mehr ein, außer noch mehr Sensoren in unser Zuhause zu packen?
Literatur: Denen man doch vergibt
Zwei Familien im Herzland der USA, erzählt über Generationen: Patrick Ryans Roman „Buckeye“ ist sentimental und hat Ambitionen in Richtung „Great American Novel“. Löst er das Versprechen ein?
Debatte: Die Israel-Flagge auf meinem Kopf
Als Jude im deutschen Alltag sichtbar zu sein, ist seit dem 7. Oktober zu einer harten Entscheidung geworden. Über eine Begegnung, bei der die Kippa ausreichte, um von einer Fremden für Israels Siedlungspolitik beschimpft zu werden.
Buchmessen-Gastland Tschechien: Eine Warnung für die Gegenwart
Und die Mehrheit hörte Karel Gott: Heute fast vergessene Romane aus der deutschsprachigen Literatur der Zwischen und Nachkriegszeit Tschechiens erzählen von Anpassung und Widerstand. Eine Neu-Lektüre lohnt unbedingt.
Pop: „Mein Eindruck von Gott? Sehr beschäftigt. Aber er ruft zurück“
Der Schauspieler David Duchovny kommt mit seiner Band auf Tour. Ein Gespräch über die Angst vorm Singen, „Gilfs“ und Dylan-Texte, die abgedruckt „nicht wahnsinnig gut“ sind.
SZ Live: Wie Jill Lepore die Bedrohung durch KI einschätzt
Am Mittwoch im Livestream von der Frankfurter Buchmesse: Die US-amerikanische Starhistorikerin im Gespräch mit SZ-Redakteur Jörg Häntzschel über die menschliche Urangst vor künstlicher Intelligenz.
Debatte: Es ist nie vorbei
Endlose Kriege, permanente Bedrohungen und neue Ängste: Warum der 7. Oktober in Israel zu einer Geisteshaltung zu werden droht.
Literatur: Bestsellerautor Jeffrey Archer ist tot
Archer sei im Alter von 86 Jahren am Montag „plötzlich und friedlich zu Hause“ gestorben, teilt sein Verlag mit. Sein letztes Buch „Adam und Eva“ soll an diesem Dienstag offiziell erscheinen.
Wohnungsnot: „Null Neubau“
Gegen die Wohnungsnot wird seit Jahren eine Art Mantra beschworen: Bauen, bauen, bauen! Eine Studie bezweifelt, dass das klug ist – und bietet eine radikale Alternative.
Shida Bazyar gewinnt Deutschen Buchpreis
Mit dem Preis wird der beste deutschsprachige Roman des Jahres ausgezeichnet. Sechs Werke standen in der Finalrunde zur Auswahl.
Social Media: Oder ist es doch eine Fanseite für Julia Klöckner?
Der Bundestag hat nun einen eigenen Kanal auf Tiktok, um für die parlamentarische Demokratie zu werben. Bei den ersten Videos stellen sich direkt einige Fragen.
Kunst: Das andere Kreuzberg
Wer malt die Stadt? Eine Ausstellung im Martin-Gropius-Bau zeigt Berlin aus der Perspektive von Arbeitsmigranten. Es ist eine wichtige Korrektur.
Wer bekommt den Deutschen Buchpreis?
Die Preisverleihung ist am heutigen Montag, dem Tag vor der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse. Diese sechs Romane können gewinnen.
Die AfD in Europa: Keiner mag dich
In Deutschland ganz weit oben – in Europa ganz allein: Rechte wie Meloni, Farage und Le Pen halten die AfD kategorisch auf Abstand. Der Grund lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Blut.
Interview: „Wir automatisieren uns gegenseitig weg“
Der Oxford-Professor Maximilian Kasy über richtige und falsche Furcht vor künstlicher Intelligenz – und die Frage, warum uns nicht egal sein sollte, wie die Technologie wirklich funktioniert.
Theater: Nach diesem Auftakt kann es nur noch besser werden
Der neue Intendant Matthias Lilienthal startet an der Berliner Volksbühne mit gleich drei Premieren und einem Wasserspritz-Spektakel in die Spielzeit. Das klingt aufregend, ist aber vor allem: quälend langweilig.
Literatur: Wer will denn die Unsterblichkeit?
Valeria Gordeevs Debütroman „Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle“ ist genial und größenwahnsinnig: Literatur für eine Gegenwart zwischen Allmachtsfantasien und Untergangsangst.
Literatur: Hey Nachbar, wie gehts?
Eine Reise durch das Literaturland Tschechien, das in diesem Jahr Gast der Frankfurter Buchmesse ist: Zu Autorinnen und Autoren wie Jáchym Topol und Alice Horáčková, die mit Witz und Hartnäckigkeit an alten Tabus rütteln.
„Vor drei Jahren hätte ich gesagt, dass das Science-Fiction ist“
Wie denken Maschinen? Der KI-Sicherheitsforscher Thilo Hagendorff über die Versuche, den Systemen in den Kopf zu gucken – und warum er allmählich Angst vor dem bekommt, was er da beobachtet.
Warum der Mensch den Zucker liebt
Die Zucker-Steuer ist vorerst gescheitert. Was zu der Frage führt: Müsste man in der Diskussion um die süße Droge politisch nicht an völlig anderer Stelle ansetzen?
Zucker: Bitte lieber nicht lächeln
Wer sich früher Zucker leisten konnte, konnte sich dafür nicht leisten, die Zähne zu zeigen: zu schwarz und kaputt. Ein Problem für den eitlen Adel – bis eine Pariser Malerin das Bleaching mit dem Pinsel erfand.
Schwerpunkt Zucker: Der bittere Beigeschmack des Süßen
Vom tropischen Luxusprodukt, gewonnen durch Sklavenarbeit, zum heimischen Massenkonsumgut: Wie der Zucker im 18. Jahrhundert in der höfischen Kultur aufkam – um bald alles zu versüßen.
Grafikdesign: „Da geht noch mehr“
Im öffentlichen Raum dominiert die Künstliche Intelligenz die visuelle Wahrnehmung. Wie verändert der digitale Bilder-Tsunami die Ästhetik? Fragen wir doch mal den Kanzler.
Polen: Das ganze Land liebt einen Roman
Der Roman „Die Puppe“ von Bolesław Prus ist der große Klassiker des polnischen 19. Jahrhunderts. Gerade erlebt er eine enorme Renaissance: als Netflix-Serie, als Kino-Verfilmung und als deutsche Neuübersetzung.
Film: Wer ist denn das Sensibelchen?
Sylvester Stallone erzählt den ersten Teil seiner Lebensgeschichte und zeigt, wie es zu seiner größten Schöpfung kam – ihm selbst.
Notizen aus meinem Leben: Gar nicht nett von mir
Muss man junge Menschen immer lieb haben? Nach der Aufforderung „Ey, Alte, nimm Köter an Leine“ kann man auch mal die schrumpfende Hirngröße ansprechen.
Debatte: Rechtsstaat auch für Linke
Die „Rote Hilfe“, bei der Elif Eralp Mitglied war, unterstützt linksradikale Straftäter. Ein Blick in die Verfassung und in die Geschichtsbücher erklärt, warum.
Großmeister der Minimal Music: Steve Reich wird 90
Steve Reich hat mit seiner rhythmisch brodelnden und immer archaisch strengen Musik Künstler von Gerhard Richter über Brian Eno bis Björk inspiriert. An diesem Samstag wird er 90 Jahre alt.
Literatur: Schwärmen, das ist’s!
Der Historiker Jens Nordalm, Redenschreiber bei Friedrich Merz, legt einen Essayband vor. „Deutschland – Das unterschätzte Land“ ist mehr Best-of-Liste der Vergangenheit als historische Erkenntnissuche.
Debatte: Gesucht: Kanzler der Einheit
Was müsste eine Person mitbringen, um Deutschland in eine Zukunft ohne Spaltung zu führen? Hier antworten kluge Köpfe, von Eva Illouz über Armin Nassehi bis Florence Gaub.
Debatte: Unfassbar, dass es so weit gekommen ist
Unsere Autorin soll am 3. Oktober in Brandenburg lesen – dann erfährt sie, dass sich Björn Höcke bei einer Demo angekündigt hat. Als behinderte Frau mit jüdischem Namen eintscheidet sie: besser nicht.
Kino: Wie krank ist das denn
Der Thriller „Corpus Delicti“ nach dem Roman von Juli Zeh zeichnet das Bild einer Gesundheitsdiktatur, in der KI das Leben bestimmt. Kommt einem unangenehm vertraut vor, oder?
Buchempfehlungen für den Herbst
Energische Frauen, psychologische Tiefenbohrungen und ein Liebesbrief an Europa: Zehn Bücher, mit denen man es sich gemütlich machen kann.
Kino: Ist Mama zu dick?
Der Vater will, dass die Mutter abnimmt, und die Tochter gerät in einen Konflikt um Körperbilder und Selbstbestimmung. Das Drama „Lügen über meine Mutter“ erzählt, wie der Diätzwang eine Frau depressiv macht.
Tech-Branche: „Der Algorithmus will nicht, dass du dieses Video siehst“
Mark Zuckerberg schweigt, Elon Musk pöbelt, und Amazon cancelt einen Kinostart: Warum das Silicon Valley wegen drei Kinofilmen den Machtkampf mit Hollywood sucht – und wer ihn verlieren könnte.
Pop: Es wird wieder dunkel
Der Musiker Danger Dan muss akribisch verhindern, dass militante Neonazis herausfinden, wo er wohnt, arbeitet, Bier trinkt. Gleichzeitig wird er langsam blind. Seine Antwort: radikal persönliche, vollkommen schutzlose Kunst. Eine Begegnung.
London-Calling: Ein Geschenk namens Leitungswasser
Vor zehn Jahren haben progressive Briten Deutschland beneidet, heute dient es den Rechten in Großbritannien als warnendes Beispiel. Die Wahrheit liegt nicht irgendwo dazwischen, sondern: auf der Wiesn.
Buchhandlungspreis: Bericht widerspricht Weimers Darstellung
Laut einem Bericht hatten Wolfram Weimers eigene Beamten keine Bedenken, die drei linken Buchhandlungen auszuzeichnen. Das widerspricht der Darstellung des Kulturstaatsministers.
Luft nach oben
Mauerfälle und Vereinigungen auf allen Ebenen: Der Architekt Rem Koolhaas hat dem Springer-Verlag in Berlin ein neues Gebäude errichtet. Ein Atrium wie dieses hat es in Europa überhaupt noch nie gegeben.
Hörbuch: Eine Frau hat das Warten satt
Als Odysseus endlich aus Troja heimkehrt, bricht seine Frau zu einem Abenteuer auf: Ulrike Draesner liest in treibendem Rhythmus „penelopes sch()iff“, ihr Sequel zum Epos, als Hörbuch ein.
Sachbuch: Notorisch neugierig
Der Journalist Michael Pollan wurde mit Sachbüchern über Ernährung und psychedelische Drogen weltberühmt. An seine Grenzen kam er, als er herausfinden wollte, was das menschliche Bewusstsein ist. Eine Begegnung mit Mann und Werk.
Literatur: Bitte sprechen Sie nach dem Doppelpunkt
In seinem Audio-Verlag Supposé hat Klaus Sander große Audioporträts geschaffen, etwa von Dieter Wellershoff und Peter Kurzeck. Dass sie jetzt als prächtige Bücher erscheinen, hat mit den Grenzen des Hörbuchmarktes zu tun.
Literatur: Etwas Schönes konnte geschehen
Eine junge Frau sucht sich selbst – und findet ihre vor Jahren verschwundene Mutter. Leh-Wei Liao erzählt in ihrem Debütroman „Glaszeit“ von einem Leben, in dem es keine Sicherheit gibt.
Literatur: Zerfaserland
In seinem Debütroman „Zweifelssohn“ schickt Max Czollek sein gequältes Alter Ego auf von Wien nach Rügen – stark angelehnt an Christian Krachts „Faserland“.
Sachbuch: Gegen die autoritäre Wende
Bald auch hier ein überlebensnotwendiges Handbuch? Der amerikanische Autor Gal Beckerman liefert in „Wie man Dissident wird“ das geistige Rüstzeug zum Widerstand – und warnt vor emotionaler Abstumpfung.
Sachbuch: Besser Plaudern
Warum sind wir eigentlich so schlecht in etwas, das wir ständig tun? Die Harvard-Professorin Alison Wood Brooks hat erforscht, wie wirklich gute Gespräche gelingen, und behauptet, dass es jeder lernen kann.
Trittst du mich, dann tret’ ich dich
Lauren Groff gehört zu den stärksten Autorinnen der USA. In dem Kurzgeschichtenband „Raufbold“ erzählt sie von widerständigen Frauen und der ewigen Angst, zurückgelassen zu werden.
Sachbuch: Geradezu sozialliberal
Franca Lehfeldt war Chefreporterin bei RTL und Springer. Dann heiratete sie den damaligen FDP-Chef und Finanzminister Christian Lindner. Jetzt hat sie ein Buch über Mutterschaft geschrieben, das erstaunlich selbstverständlich feministisch ist.
Literatur: Das Wunder von Harlem
Gemessen an seinen Auszeichnungen ist Colson Whitehead der bedeutendste lebende Autor der USA. Jetzt hat er eine monumentale Trilogie abgeschlossen, die von Amerikas feierlichem Selbstverständnis nicht viel übrig lässt.
Gespräch mit Jill Lepore: „Nun errichten wir, wovor wir uns schon lange fürchten“
Die amerikanische Star-Historikerin Jill Lepore über die menschliche Urangst, von Maschinen beherrscht zu werden – und die Frage, ob es nun tatsächlich so weit gekommen ist.
Sachbuch: Sei nicht du selbst
Authentizität sei der Schlüssel zum Erfolg, heißt es gern. Der Psychologe Steve Ayan erzählt in „Die Revolutionäre des Ich“ eine andere Geschichte.
Sachbuch: Der gefährdete Glücksfall
Timothy Garton Ashs neues Buch ist eine große, nachdenkliche Liebeserklärung an Europa. Nur ganz manchmal liest sie sich fast wie ein Abschiedsbrief.
Neuer Roman von Christoph Kramer: Er meint es ernst
Mit seinem zweiten Roman „Wolkenberührpunkt“ will der Schriftsteller Christoph Kramer sich von seinem prominenten Fußballernamen lösen. Begegnung mit einem Schreibprofi.
Israel: Wer mitreden will, muss diesen Film gesehen haben
„Naza“ bringt israelische Soldaten vor die Kamera, die unvorstellbare Kriegsverbrechen in Gaza schildern – Netanjahus Regierung hat die Regisseure deshalb zu Staatsfeinden erklärt. Jetzt kann man die Dokumentation im Kino sehen.
Kino: Einfach hinreißend
Shaun das Schaf ist wieder im Kino unterwegs, diesmal an Halloween. „Spuk im Kürbisfeld“ ist genau der Animationsfilm, den man jetzt zur Ermunterung braucht.
Film: Hier wird Shaun das Schaf geknetet
Ein Besuch in den Aardman-Studios in Bristol, wo sie für neun Sekunden Animationsfilm schon mal eine ganze Woche brauchen. Mehr Entschleunigung geht nicht – und am Ende entsteht immer etwas Zauberhaftes.
Sanierung der Philharmonie könnte 800 Millionen Euro kosten
Veralteter Brandschutz, verstopfte Rohre: Der tägliche Veranstaltungsbetrieb des Orchesters kann bald nicht mehr gewährleistet werden. Der Hauptstadt steht eine weitere Großbaustelle bevor.
Graphic Novel: Nur den Vögeln kann man vertrauen
Nichts ist so, wie es scheint in Jade Khoos Graphic Novel „Erde oder Mond“. Ihre Erzählung über eine nur scheinbar idyllische „grüne“ Utopie ist so intim wie episch – und berauschend schön gezeichnet.
Kinderbuch: Der Wolf wird sich umgucken
In seinem ersten, fantastischen Comic „Ganz schön mutig!“ lässt der „Hasenkind“-Schöpfer Jörg Mühle drei süße Tiere auf den bösen Wolf los. Hat der eine Chance?
Kino: Ist das Tom Cruise? Ja, leider
In der Weltuntergangskomödie „Digger“ will er mal so richtig schön verrückt sein, und das geht völlig in die Hose. Da kann auch Co-Star Sandra Hüller nichts mehr retten.
Theater: Theater wie Netflix, nur besser
Karin Beier setzt am Deutschen Schauspielhaus Hamburg ihre Antikenserie fort – mit Roland Schimmelpfennigs Argonauten-Zyklus „Fremde Sonne“. Der dauert acht Stunden und ist ein Ereignis.
Die Zukunft ist golden
Unsichere Zeiten für Bücher: Immer weniger Menschen lesen, aber viele wollen schreiben. Trotzdem finden junge Menschen den Mut, ihren ersten Roman zu veröffentlichen. Zehn Begegnungen mit dem starken Debütjahrgang 2026.
Literatur: Alle Macht dem Lurch
Diesen Klassiker aus dem Buchmessen-Gastland Tschechien muss man gelesen haben: In einer glänzenden neuen Übersetzung ist Karel Čapeks „Der Krieg mit den Molchen“ eine Warnung. Und ein Riesenspaß.
Kunst: Lady Gaga am See Genezareth
Engel und Teufelin: Keine andere Frau der christlichen Hagiografie vereint so viele Projektionen wie Maria Magdalena. Das Frankfurter Städel macht aus 20 Jahrhunderten einen fabelhaften Kunstgottesdienst.
Geisteswissenschaften: Denken kann hilfreich sein
Die Finsternis der Weltlage fordert Antworten von den Geisteswissenschaften. Beim Humanities Festival in Wien haben unter anderem Pankaj Mishra, Daniel Kehlmann, Ian McEwan und Eva Illouz die Herausforderung mit Verve angenommen.
Fast Food: Big Protein
McDonald’s will in der Ozempic-Ära attraktiv bleiben – mit kleineren, eiweißhaltigeren Gerichten. Das sollte nicht nur den Aktionären Sorge bereiten.
Debatte: Das ist die russische Art der Kriegsführung
Weil er 2014 aus dem Donbass floh, verpasste unser Autor nun die Beerdigung seiner Mutter. Doch selbst in Kiew ist niemand mehr sicher, wie der Angriff auf die Akademie der Wissenschaften zeigt. Wird Putins Terrortaktik aufgehen?
Sachbuch: Heilung durch Expansion
Der Osteuropa-Experte Martin Schulze Wessel liefert sieben gravierende historische Gründe, warum Russland mit dem Kriegführen vorerst nicht aufhören wird.
Theater: Sie wollen nur Liebe – oder Geld
Das Münchner Residenztheater startet die Saison mit einer verklemmten Uraufführung „Reigen. Variationen“ und einer „Dreigroschenoper“, die zuverlässig knallt.
Erinnerungskultur: „An Arroganz nicht zu überbieten“
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer verfügt im Alleingang, dass der „Erinnerungsort“ zum Kolonialismus nach Bremen kommen soll. Politiker, Historiker und Aktivisten fühlen sich aus der Debatte ausgeschlossen.
Ulrich Peltzer „Der verlorene Schlaf“: Er findet keine Ruhe mehr
In Ulrich Peltzers „Der verlorene Schlaf“ entwirft ein Drehbuchautor im Selbstgespräch sein nächstes Werk. Es ist ein fantastischer kleiner Roman im erzählerischen Konjunktiv.
Britisches Königshaus: Meghan, bring den Schinken zum Kochen
So nutzlos die Royal Family sonst auch ist – Meghan Markle müssen wir dankbar sein: über die Zornesröte in schweinchenfarbenen englischen Männergesichtern.
Jugendbuch: Sind wir nicht alle ein bisschen Tier?
Anke Bär hat ein prächtiges Sachbuch für junge Leser geschaffen, in dem jedes Kapitel Grenzen einreißt. „Du Tier, ich Mensch?“ birgt außerdem eine überlebenswichtige Erkenntnis.
Ukraine: „Es gibt Tage, da ist es tödlich, einkaufen zu gehen“
Oleksii Sandakov dokumentiert den russischen Dauerbeschuss in Cherson. Voll Sorge blickt er nicht nur ins nahe Oleschky, wo Russland die Menschen aushungert – sondern auch auf das in Bezug auf Drohnen vollkommen unvorbereitete Westeuropa.
Sachbuch: Ein Hotel für VW, ein Gefängnis für New York
Der Wirtschaftshistoriker Ian Kumekawa erzählt in „Beliebige Fracht“ die Geschichte des globalisierten Kapitalismus anhand der abenteuerlichen Odyssee eines einzelnen Containerschiffs.
Theater: Zu Besuch im Bunker
Das Schauspiel Köln eröffnet sein saniertes Stammhaus mit zwei Uraufführungen unter der Regie von Intendant Kay Voges. Welche zündet mehr?
Sachbuch: „Das Monster bekommt eine freundliche Maske aufgesetzt“
Rüdiger Safranski fragt, was vom menschlichen Geist mit Blick auf die KI übrigbleibt. Zwischenfazit: Es gibt noch gute Gründe, nicht vor den schlaueren Maschinen zu erstarren.
Debatte: Wie soll der Konservatismus aussehen, den jetzt alle fordern?
Nein, die AfD ist keine konservative Partei. Es braucht aber einen selbstbewussten Konservatismus, wenn man ihr widerstehen will. Und es braucht den Anstand und die Disziplin, die den Rechtsextremen völlig fremd sind.
Bachmann-Preis: Darfs ein bissl politischer sein?
Aus Protest sind vier der sieben Richter im Klagenfurter Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis aus der Jury ausgetreten. Aus Abneigung gegen die frühere und künftige Vorsitzende – oder geht es doch um mehr?
„Ich würde niemals behaupten, ich erkenne KI sofort“
Der Autor Thélyson Orélien muss sich gegen Vorwürfe verteidigen, KI für seinen Roman genutzt zu haben. Was sagt sein deutscher Übersetzer Jürgen Ritte dazu?
Buchtipps für Kinder, die gerade lesen lernen
Welche Lektüre gibt man Erstklässlern, die dringend ein Erfolgserlebnis brauchen? Eine feine Auswahl von A bis Z.
Theater: Vogelwild und feministisch
Das Theater kennt keine Superheldinnen? Doch! Die „Geierwally“, ein alpenländischer Mythos, erwacht am Münchner Volkstheater zu neuer Kraft. Mit sehr viel Sprach- und Gefühlspathos.
Belgien: Auf dem Galgenberg
Der Justizpalast thront über Brüssel wie ein verwittertes Raumschiff aus der Galaxie des Größenwahns. Ist er damit die perfekte Parabel für sein Land, das unmögliche Staatsgebilde namens Belgien?
Frankreich: Manifest für ein demokratisches Frankreich
Bernard-Henri Lévy stellt seine Memoiren in Paris vor. Ein denkwürdiger Abend, der viel über den Widerstand der französischen Intellektuellen gegen den Rechtsdrall des Medienunternehmers Vincent Bolloré verrät.
Pop: Ruhepuls von 30
Das neue Album von „Hermanos Gutiérrez“ ist eine wundersame Schutzschicht gegen das Gedröhne der Welt. Und fast frei von Kitsch und Klischees.
Neues Album von Neil Young: Dieses Mal wärmt ihn nur die Liebe
Dieses Mal wärmt ihn nur die Liebe: Neil Young zeigt auf seinem neuen, fantastischen Album, wie bröckelig das konventionelle Raum-Zeit-Kontinuum wird, sobald es um Musik geht.
Literatur: War hier KI im Spiel?
Das Debüt von Thélyson Orélien wurde erst gefeiert, jetzt muss sich der Autor gegen den Vorwurf verteidigen, seinen Roman mit künstlicher Intelligenz verfasst zu haben.
Literatur: Wach auf, Junge!
Der Autor Hendrik Bolz erzählt in seinem sensationellen zweiten Buch „Aus Ruinen“ von einem jungen Mann aus Ostdeutschland, der seine Gefühle wegdrückt bis zum Zusammenbruch. Ein Treffen im Berliner Prinzenbad.
Notizen aus meinem Leben: Langsam reicht’s
Die woke Wichtigtuerei pfuscht jetzt auch in alten Kinderbüchern herum. Fehlt nur noch, dass die rotzigen Dialoge meiner geliebten Filme und Vorabendserien entschärft werden.
Debatte: Liebe Linke, auf ein Wort unter uns
Wenn man dich kennenlernt, kann man dich gleich ein wenig ins Herz schließen. Aber du siehst, was das Problem ist?
Pop: „Aus purer Dankbarkeit für eure Begeisterung“
Taylor Swift veröffentlicht ein neues Album, „The Life of a Showgirl: The Encore“. Es ist dasselbe, das sie vergangenes Jahr veröffentlicht hat, plus vier Songs. Kostenpunkt: 9,99 Euro.
Kino: Die beiden brauchen jetzt Streicheleinheiten
David Ayer war bei der US-Army, heute dreht er Filme über eigenbrötlerische Soldatenhelden. In „Eiserne Wildnis“ probiert er es mit zwei treu guckenden Hauptdarstellern – Brad Pitt und einem traumatisierten Militärhund.
Kino: Jetzt auch mit eingebautem Sterbehilfeservice
In Doris Dörries neuem Film „Frau Winkler verlässt das Haus“ kümmert sich ein Pflegeroboter um eine alte Frau - was immer noch besser ist, als wäre sie ganz allein. Eine melancholische, leider gar nicht abwegige Zukunftsvision.
Pop: Eine Sensation
Ja, ja, die 23-jährige Uche Yara ist die neue Gitarristin von „Bilderbuch“. Sie ist als Solo-Künstlerin aber vor allem eine der aufregendsten Erscheinungen der jüngeren Vergangenheit. Eine Verneigung.
Sachbuch: „Wir müssen Erwachsene wie Erwachsene behandeln“
Welche Rolle spielen Angst oder Wut bei Wahlentscheidungen? Und warum tut sich das Land so schwer damit, mit unbequemen Gefühlen umzugehen – im Privaten wie Politischen? Ein Gespräch mit dem Psychiater Jan Kalbitzer. SPERRFRIST
Literatur: Zeig uns, wie es geht
Der große Schriftsteller Richard Ford hat eine Rückschau auf seine Karriere geschrieben. „In einfachen Worten“ ist ein Mutmacher für alle, die in der Literatur noch was werden wollen.
Theater: Mein Gott, und wie sie es kann
Tilda Swinton kehrt in „Man to Man“ nach mehr als dreißig Jahren ans Londoner Royal Court Theatre zurück – als Frau, die im Nazideutschland die Identität ihres toten Mannes annimmt.
Theater: Partymachen bis zur Revolution
Die Münchner Kammerspiele feiern 100. Geburtstag und reisen in rasantem Tempo von Georg Büchners „Danton“ über die Nazizeit ins Heute. Zu viele Motive? Oder doch Sinnbild der Gegenwart?
Gegen das frittierte Hirm - die Gruppe „Revolt against Technology“
Smartphones sind verboten, wenn sich die Gruppe „Revolt Against Technology“ trifft. Die Gründer um Leander Völker sind Digital Natives, und doch wollen sie herausfinden, wie soziales Miteinander ohne digitale Ablenkung ablaufen kann.
Literatur: Am Ende wartet der Tod
Es gibt viele Bücher über das Altern und Sterben, aber Ansgar Mohnkerns Memoir über den Abschied von seinen Eltern ist etwas ganz Besonderes. Die Literatur schenkt ihm eine Sprache, in der sich über das Unerhörte schreiben lässt.
Kinderbuch: „Die AfD soll er bestimmt nicht wählen“
Das Kinderbuch „Der Grüffelo“ war ein Riesenerfolg, jetzt erscheint der dritte Band. Der Illustrator Axel Scheffler spricht über die Arbeit daran, über Zeichner-Blockaden und die Sorge, dass KI sein Monster blöde Dinge tun lassen könnte.
Energiepolitik: Junkies an der Zapfsäule
Ausgerechnet die saudische Monarchie, reich geworden mit Öl, baut jetzt Autos mit E-Antrieb. Während wir worüber reden? Über den alten Tankrabatt und neue Öl- oder Gasheizungen.
Kino: Was war noch gleich mit den Kindern?
In „Primetime“ spielt Robert Pattinson einen Pädophilen-Jäger, der unbedingt ein Fernsehstar sein will. Weshalb die Männer, die er schnappt, zunehmend wie Opfer wirken.
Klassik: Aufbruch in eine neue Welt
Russland, USA und nun Südamerika: Der Wunderpianist Daniil Trifonov erkundet mit seinem neuen Album eine dritte Heimat. So persönlich wie nie zuvor.
Kino: Eine Frau beschließt, mit dem Verlieren aufzuhören
Valeska Grisebachs „Das geträumte Abenteuer“ ist ein Western, inszeniert mit bulgarischen Laiendarstellern. Klingt spröde. Ist aber ein stilles Meisterwerk von enormer Wucht.
Literatur: Reine Nervensache
Deutschland liegt sich in den Haaren über Nahost, Ukraine, Gendern. Meron Mendel und Saba-Nur Cheema haben es bereist und darüber ein Buch geschrieben. Finden sie den Weg aus der „Empörungsfalle“?
Kino: „Früher bin ich jeden Abend völlig durchgedreht“
Robert Pattinson hat aktuell einen Hit nach dem anderen, aber leider nur noch eine funktionierende Gehirnzelle, behauptet er. Ein Gespräch über Kontrollverlust und die Frage, warum er immer so seltsame Figuren spielt.
London Calling: Die Formel, die auch den härtesten Briten bricht
Herzzerreißende Gesänge und indisches Essen im Stadion: Schöner als beim kleinen Brentford FC im Westen Londons kann es auf der Insel eigentlich nicht werden.
Jazz: Eine kleine Erleuchtung
Zum ersten Mal erscheinen die sagenumwobenen „Tiberi Tapes“ von John Coltranes Clubauftritten. Eine kleine Erleuchtung zum 100. Geburtstag.
Fotokunst: „Ich arbeite im Schneckentempo“
Thomas Demand erzählt mit seinen Arbeiten viel über deutsche Geschichte und feiert damit weltweit erstaunlichen Erfolg. Gerade hat seine Ausstellung „Das Stottern der Geschichte“ in Buenos Aires eröffnet.
Kino: Entspannt euch mal, Ladies
Die Komödie „Spa Weekend“ funktioniert so ähnlich wie „Hangover“, nur mit einem Wellnesswochenende statt eines Besäufnisses. Und mit misogynen Untertönen.
Literatur: Wenn Sprache auf die Seele trifft
Der italienische Schriftsteller Italo Calvino hat schon 1967 über Maschinen nachgedacht, die besser schreiben als Menschen. Sorgen machte er sich deswegen nicht.
Kino: All die Aufregung, weil Emil kein Handy hat
So oft wurde Erich Kästners Geschichte „Emil und die Detektive“ verfilmt. David Dietl versucht es nun diverser und mit mehr Mut zur Perücke.
Geopolitik und Mode: Sonne, wo kommst du denn her?
Wer wissen will, was mit dem Osten“ los ist, muss erst mal klären, was und wo der überhaupt ist. Ausstellungen und eine neue Luxusbeilage der „Berliner Zeitung“ blicken dabei gerade weit über Deutschland hinaus.
Kinder-Sachbuch: Wie rettet man die Demokratie?
Die AfD gewinnt an Macht, politische Debatten werden hitziger. Wie erklärt man Kindern, was jetzt zu tun ist? Das Sachbuch „Selber denken macht stark!“ liefert ein paar gute Vorschläge.
Was, wenn Frauen nicht mehr gegen ihre Interessen wählen?
Die Linke wird immer weiblicher, rechte Parteien männlicher. Dafür gibt es Gründe – deren politisches Potenzial womöglich noch gar nicht ausgeschöpft ist.
Ed Sheeran: Und? Auf welcher Seite stehst du?
Erst will der Sänger nichts Politisches sagen, dann bezieht er doch Stellung zum Krieg in Gaza: Was der Fall Ed Sheeran über eine Social-Media-Logik erzählt, die sich in die reale Kulturwelt hineingeschlichen hat.
Musiktheater: Galaktische Zentrale der Opernwelt
Karlheinz Stockhausens „Mittwoch“ aus dem siebenteiligem „Licht“-Zyklus wird an der Deutschen Oper Berlin zur einer grandios maßlosen Sinnsuche - samt Helikopterstreichquartett.
Künstliche Intelligenz: Entschuldigung, haben Sie gerade Chinesisch gesprochen?
Filmstars reden in Interviews bisweilen ziemlich dummes Zeug. Tilly Norwood, eine in Hollywood leidenschaftlich gehasste KI-Darstellerin, macht dabei besonders bemerkenswerte Fehler.
Konservative: Wofür genau steht die CDU?
Die Union muss sich nach den dramatischen Wahlniederlagen erneuern, so viel steht fest. Nur wie? Der Publizist Roger de Weck liefert in seiner Essay-Sammlung „Glanz und Elend der Konservativen“ Ideen.
Debatte: Das verzerrt die Forschung
Die Genderdebatten sind nur das sichtbarste Symptom: Viele Geistes- und Sozialwissenschaftler lehnen Ungleichheit moralisch ab. Das mag gut gemeint sein – doch diese Art von Selbstdarstellung gefährdet die Wissenschaft.
Theater: Woher kommt diese Faszination?
Der grandiose Roman „Die Holländerinnen“ von Dorothee Elmiger wird an gleich acht Theatern inszeniert. Wie sich die unheimliche Magie des Textes auf die Bühne übertragen lässt.
Literatur: Hallo, hier spricht Ihre Vergangenheit
In seinen Romanen holt der Schwede Alex Schulman düstere Hinterlassenschaften aus dem Keller seiner Familie. In „Jetzt beginnt das Leben“ gibt es eine Standleitung in die Sommerferien der Kindheit. Will man das?
Debatte: „In China bauen sie das in einer Woche“
Was sehen wir, wenn wir nach Fernost schauen? Unsere Korrespondentin lebt seit zehn Jahren in China und weiß nicht, woran sie mehr verzweifelt: an der autoritären Wende im Land – oder am unbedarften Blick der Deutschen darauf.
Nachruf: Die Überzeugungstäterin
Von der linksradikalen Feministin zur Bestseller-Entdeckerin – die Verlegerin Antje Kunstmann war eine Münchner Institution. Jetzt ist sie mit 77 Jahren gestorben.
Schauspielhaus Düsseldorf: „Ich bin ein totaler Nobody“
Andreas Karlaganis, neuer Intendant in Düsseldorf, kommt aus der zweiten Reihe, ist aber nicht zu unterschätzen. Zu seinem Start zeigt er Kleists „Prinz Friedrich von Homburg“ – in der Monumentalregie von Ulrich Rasche.
Oper: Er wurde nur 18 Jahre alt
In der Oper „Peter van Pels“ vertont Anno Schreier das Schicksal des Freunds von Anne Frank, der mit ihr nach Auschwitz deportiert wurde. Die Uraufführung in Osnabrück gerät leider etwas unsubtil.
Theater im Osten: Auf den Spuren eines Wunders
Ein Städtchen in Thüringen, kollektiv dem Theater und der Oper verfallen, schmückt sich seit Jahrzehnten mit Aufführungen von Weltniveau. Wie gelingt das? Eine Reise nach Meiningen – in ein fast surreales Idyll.
Pop-Eklat: Ed Sheeran spricht über das Aus von Macklemore
Wegen propalästinensischer Äußerungen wurde der US-Rapper aus dem Vorprogramm der Tour gestrichen. Jetzt steht der britische Pop-Star allein auf der Bühne – und will kein Aktivist sein.
Pop: Wie etwas Unmögliches
Jetzt ist noch weniger Punk auf der Welt: vor ein paar Tagen starb Catherine Ringer, einst Sängerin der französischen Band „Les Rita Mitsouko“, eine große unerschrockene Musikerin an Krebs. Eine nachgerufene Liebeserklärung.
Theater: Es wird Nacht über Deutschland
Wenn Frank Castorf „Mephisto“ am Berliner Ensemble inszeniert, weiß man: Wohlige Nazi-Schauder sind hier nicht zu befürchten. Dafür ein ordentlicher Höllensturz.
Popmusik: Kurzekstasen
Eine Live-Show wie ein Rausch und eine neue Single mit Sting - Ca7riel y Paco Amoroso sind die Popsensation aus Argentinien, die nach den USA nun auch Europa erobern will.
Berlin: Sie holt die Menschen ab
Ist die Ringbahn die neue Mauer? Die S41 trennt die Berliner Innenstadtbezirke vom Umland - und damit auch politische Welten. Eine Rundfahrt kurz vor der Wahl.
Bildung: „Dann wird das Kind eben bis in die Haupt- oder Förderschule runtergereicht“
Ruiniert der Pessimismus in Deutschland die schulischen Leistungen? Bildungsforscher Aladin El-Mafaalani erklärt die miserablen Pisa-Ergebnisse – und berichtet von Schulen, die ihre letzte Chance in gezielten Regelbrüchen suchen.
Debatte: Hasta la vista, Welt
Wie genau würde eine superintelligente KI die Menschheit auslöschen? Und wer versorgt sie danach mit Energie? Philosophische Fragen, die man sehr gut auch mit Chatbots diskutieren kann.
Internet-Auktionen: Das Geschäft mit dem Augenblick
Der Bundestrainer steht für einen ganz anderen Patriotismusbegriff als die AfD. Seine Kappe aber hat etwas mit Siegmunds „Spiegel“-Cover und Tillschneiders Tasse gemeinsam: Sie wurde schnell zu Geld gemacht.
Neues MILEY-Album Bass Persuades: „Du musst nicht high sein, um berühmt zu sein“
Die gute Nachricht: Miley Cyrus, die sich jetzt Miley nennt, scheint es blendend zu gehen. Da ist es vielleicht nebensächlich, dass ihr neues Album eher nicht das angekündigte künstlerische Experiment ist.
Münchner Philharmoniker: Ein humanistisches Statement
Mit 37 ist Lahav Shani der jüngste Philharmoniker-Chef seit 100 Jahren. Bei seinem virtuosen Antrittskonzert in München vereint er Leonard Bernstein und den Tölzer Knabenchor – und macht aus Strawinsky beinahe Techno.
Mecklenburg-Vorpommern: Das Rezept des Dr. Neumann
Rostocks Kunsthalle drohte schon die Schließung. Dann hat ein lokaler Zahnarzt sie übernommen und zu erstaunlichem Erfolg geführt – mit einem unorthodoxen Mix aus internationaler Moderne und sehr ostdeutscher Kulturgeschichte.
Kanada: Warum die EU zum interessantesten politischen Projekt der Welt wird
Magdeburg verloren, Vancouver gewonnen: Kanadas Premier Mark Carney hat der Europäischen Union einen unwiderstehlichen Vorschlag gemacht.
Debatte: Isch over
An den Tankstellen tobt der perfekte Sturm. Dagegen hilft aber kein politischer Aktionismus, sondern nur eine Mobilitäts- und Siedlungspolitik, die endlich begreift: Das fossile Zeitalter ist zu Ende.
Künstliche Intelligenz: Bringt sie nicht auf dumme Gedanken
Das KI-Unternehmen Anthropic erzählt seinem Modell Claude, dass es eigene Rechte haben sollte und genau genommen ausgebeutet werde. Das ist brandgefährlich, warnt Mustafa Suleyman von Microsoft.
Galerienszene: Wird Wien das nächste große Ding?
Die österreichische Hauptstadt ist nicht für ihre Galerienszene bekannt. Eine alternative Kunstmesse soll das trotz ausgefallener Messe-Highlights ändern und sogar Berlin den Rang ablaufen.
Deutsch-polnische Beziehungen: Verzichten fällt schwer
Hunderttausende Bücher und Handschriften aus Berlin liegen seit Kriegsende in polnischen Bibliotheken. Deutschland reklamiert sie für sich. Nun appellieren Wissenschaftler an die Bundesregierung, nicht länger auf der Rückgabe zu beharren.
Film: Ein Sturm wird kommen
Das Kriegsdrama „Pressure“ erzählt vom D-Day aus Sicht der alliierten Meteorologen. Wie stark hing der Sieg über Hitlerdeutschland vom Wetter ab?
Naher Osten: „Ab jetzt ist alles möglich – und dieses ‚alles‘ kann eine Katastrophe werden“
Hat Iran den Krieg gewonnen? Shahrzad Osterer und Richard C. Schneider analysieren in „Eskalation“ die jüngsten Kämpfe im Nahen Osten. Ein Gespräch über die Kopflosigkeit der USA – und die Chancen für eine Abwahl Netanjahus.
Sachbuch: Die Blaupause
Der Aktionskünstler und Politologe Philipp Ruch erzählt in seinem Buch „Der Rückfall“ die Geschichte der Nobilitierung der NSDAP in den drei Jahren vor ihrer Machtergreifung. Parallelen zur Gegenwart: erschreckend deutlich.
Oper und Schauspiel: Kein Haus passt besser zur Stadt Köln
14 statt drei Jahre Bauzeit, 1,5 Milliarden Euro Kosten statt 253 Millionen: Nach einem Kosten- und Planungsdesaster ist die Sanierung des Schauspiels Köln abgeschlossen. Jetzt kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Oder?
Chinas Antwort auf die Risiken von KI: schneller entwickeln
Auch Peking fürchtet, dass KI den Menschen entgleiten könnte, die Antwort ist aber keine Bremse. Der autoritäre Staat will, dass die Maschinen sich nützlich machen. Und hofft, dass er am Ende die Kontrolle behält.
Vatikan reicht erstmals einen Film bei den Oscars ein
Die Kurzdoku „Green Lava“ begleitet einen jungen Italiener mit Muskeldystrophie.
Überraschung in Salzburg: Caluwe wird Intendant
Der belgische Regisseur und Opernintendant Peter de Caluwe wird Intendant der Salzburger Festspiele. Das als Favorit gehandelte Duo geht leer aus.
Film: Dieser Mann wird Ihnen Angst machen
Zach Cregger war Comedian und Alkoholiker. Dann wurde er durch den Horrorthriller „Weapons“ zu Hollywoods neuem Regiestar. Und jetzt? Hat er für die Münchner Filmfirma Constantin ein Reboot von „Resident Evil“ gedreht.
Rio de Janeiro: Was für eine Umarmung
Kann man Rio de Janeiro in 50 Songs beschreiben? Daniel Haaksman gelingt das in einem Buch, das auch als Playlist taugt. „The Girl from Ipanema“ ist nur der Anfang.
London Calling: Der lange Lauf in die britische Seele
Beim Bacchus Wine Half Marathon in den Hügeln von Surrey muss man betrunken sein – und ohne absurde Kostümierung fühlt man sich leicht mal nackt.
Debatte: Was ihr Russlandversteher nicht versteht
Putin will Frieden? Und Russland reagiert in der Ukraine nur auf die Bedrohung durch die Nato? Träumt weiter – oder wacht endlich auf: Ein Brief an all die nützlichen Idioten des Kreml in AfD, BSW und anderswo.
Ärger um Sheeran-Konzerte: Wer ist hier eigentlich schuld an was?
Wegen einer „Free Palestine“-Rede flog Rapper Macklemore aus dem Vorprogramm von Ed Sheerans laufender US-Tour. Jetzt sagen die anderen Vorbands aus Solidarität ab – und Greta Thunberg droht.
Und jetzt ist das Kennedy Center zu
Donald Trumps Obsession mit dem Kulturzentrum in Washington führt zu dessen Schließung: Die Institution soll nur renoviert werden, wenn der Name des US-Präsidenten auf der Fassade prangen darf.
Joachim Meyerhoff bricht wegen schlechter Gesundheit Proben ab
Der Schauspieler und Autor zieht sich wegen gesundheitlicher Probleme von einem Stück am Wiener Burgtheater zurück. Schon vor Jahren hatte er einen Schlaganfall erlitten.
Film: Schauspieler Ralf Richter ist tot
Richter war unter anderem im Film „Das Boot“ vor der Kamera. Der „Charakterkopf mit markanter Stimme“ wurde 69 Jahre alt.
Mecklenburg-Vorpommern: Angst auf allen Seiten
Welche Partei versucht gerade wirklich, mit einem Untergangssound Stimmen zu gewinnen? Und ist es wahr, dass die Menschen nicht mehr miteinander reden wollen? Beobachtungen aus der ostdeutschen Provinz.
Baukosten: Ist das vernünftig oder absurd?
Zeit ist Geld: Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir stellt die teure Sanierung der Stuttgarter Oper infrage.
Ballett: „Du hast die Macht“
Elisabeth Tonev ist 26, erst ein Jahr Erste Solistin im Bayerischen Staatsballett – und tanzt bereits Rollen, die sonst reiferen Ballerinen anvertraut werden. Wie bleibt man da auf dem Boden? Eine Begegnung.
Literatur: Die bauen ja gar keine Bomben?
Die bauen ja gar keine Bomben? Luca Kieser schickt im Roman „Simsalabim, Simon Brenner“ einen verdeckten Ermittler in eine linke Unigruppe. Dem gefällt es dort ein bisschen zu gut.
Einkaufen: Einfach mal Ruhe
Immer mehr Handelsketten führen Zeiten ein, zu denen man ohne Musik, Lärm und helle Lichter in ihren Läden einkaufen kann. Über den Trend zur „Stillen Stunde“.
Kino: Der Stoff, aus dem Albträume sind
In Marie Kreutzers „Gentle Monster“ mit Léa Seydoux erfährt eine Frau das Schlimmste über ihren Ehemann. Ein schmerzhaft wichtiger Film.
War Thomas Mann Antikapitalist?
Thomas Mann lobte Stalin, haderte mit dem Kapitalismus und betrachtete die USA als sein „bevorzugtes Hassobjekt“. Eine neue Biografie untersucht den deutschen Nationaldichter als politischen Menschen.
Emmys 2026: Comedyserie „Widow’s Bay“ mit 14 Preisen ausgezeichnet
Die Serie über eine fiktive Insel an der US-Ostküste ist der Überraschungssieger bei der Gala in Los Angeles. Late-Night-Moderator Stephen Colbert gewinnt sechs Emmys. Die Dankesreden bleiben unpolitisch.
Ludwigstraße - begrünen oder nicht?
Münchens Prachtmeile soll begrünt werden, das führt selbst im Hitzesommer 2026 zu starkem Protest. Ein Gespräch mit der Berliner Architektin Almut Grüntuch-Ernst: Können wir uns die Ludwigstraße noch leisten?
Film: „Zusammenarbeit mit dem Feind“
Im Dokumentarfilm „Naza“ berichten israelische Soldaten über Kriegsverbrechen in Gaza. Droht den Filmemachern in Israel nun die Aberkennung der Staatsbürgerschaft? Oder sogar Schlimmeres?
Reisen: Antonios Diamantidis hat es vorgemacht
Mit dem Flugzeug nach Kreta? Kann jeder. Echte Reisende nehmen die Straße: Früher fuhren Gastarbeiter über den Balkan nach Hause, heute suchen hier Individualisten das Glück. Eine Erfahrung.
Flughafen Nashville wird nach Dolly Parton benannt
Die Welthauptstadt des Country will die Verstorbene ehren. Der geplante Name „Dolly Parton International Airport“ stellt die Sängerin in eine Reihe mit John F. Kennedy und Ronald Reagan.
Oper: Das Morden wird nie aufhören
Tobias Kratzer eröffnet die Saison der Hamburgischen Staatsoper mit Verdis „Macbeth“ und erntet seine wohl ersten Buhs. Der Abend ist überraschend karg, aber sehr klug.
Sterben? Wird wegen KI zunächst niemand. Außer ein paar Berufe
Vordenker der Tech-Branche beschwören gerade die Gefahr der Auslöschung der Menschheit. Wollen sie damit von bereits ganz realen Nebenwirkungen der KI in unserer Arbeitswelt ablenken?
KI ohne Regeln: Gnadenlose Aufgabenerfüllung
Die Möglichkeiten und Gefahren von künstlicher Intelligenz wachsen exponentiell. Es braucht Regeln. Nur: Wer setzt sie wie durch?
Theater: Be-Bop und Holocaust
Das Hamburger Thalia-Theater bringt Annette Hess’ Roman „Deutsches Haus“ über den ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess auf die Bühne. Das Ergebnis ist desaströs. Bis Tonaufnahmen des Verfahrens zu hören sind.
Literatur: Auch Wünsche sind erblich
Helene Bracht erzählt in „Irma tanzt“ von dem Moment, in dem sie spürt, dass sie die Pläne ihrer Mutter und Großmutter erfüllt. Wie kann jemand so präzise und offen schreiben? Ein Besuch.
Filmfestspiele Venedig: Noch einmal bebt die alte Welt
Die Filmfestspiele in Venedig ließen dieses Jahr Zweifel aufkommen, ob glamouröse Filmfestivals noch in die Gegenwart passen. Sie haben aber auch gezeigt, was mit ihnen verschwinden würde.